Menschen



                                                      

1180 Die Geburtsstunde von Altusried                                                                       

Der Beginn eines Ortes liegt für gewöhnlich im Dunkel der Geschichte, denn die Anfänge sind meist bescheiden und geschehen unbemerkt. Um trotzdem ein Jubiläum feiern zu künnen, hat es sich eingebürgert, die erste schriftliche Erwähnung eines Ortes als die Geburtsstunde zu bezeichnen. Für Altusried ist es das Jahr 1180, als in Ulm ein Vertrag geschlossen wurde und als Zeuge „ Bertholdus de Altungisried“ genannt wird. Dieses Datum gilt damit als das Geburtsdatum von Altusried. Das nächste runde Jubiläum wäre im Jahre 2030. Dann könnten wir 850 Jahre Altusried feiern. Natürlich bestand eine Siedlung an diesem Ort schon lange vorher. Doch aus dieser Zeit berichtet nur ein einziges Wort, nämlich der Ortsname selbst.
„Es beginnt mit einem Mann, der der Alte genannt wird. Den Ort ,wo sein Hab und Gut war, nennt man Altung. Jahrhunderte später finden neue Rodungen statt und der Name erweitert sich zu Altungisried. Das "s" in der Mitte ist der sächsische Genetiv und zeigt die Zugehörigkeit der Rodung an. Das i ist ein Fülllaut, der das Sprechen erleichtert.“
Später wurde dann aus Altungisried Altisried und schließlich Altusried. Zu erwähnen ist noch, dass es bei Markt Rettenbach auch einen Ort mit dem Namen Altisried gibt.
Soviel zu Zeit und Namen. Noch ein Gedanke zum Ort. Der Mann, der den ersten Hof baute, hatte freie Auswahl. Er wählte natürlich den besten Platz (heute Kirchplatz ). Dieser Platz bot einen freien Blick ins Tal und war geschützt durch den Abhang im Westen und einen Bachlauf mit Tobel im Süden. Bach und Tobel sind heute zugeschüttet und zugebaut. Doch bei Hochwasser, wie im Jahre 1976, suchen die Fluten das Bett des früheren Bachlaufes und überfluten und zerstören, was sich ihnen in den Weg stellt.





        
                                          
  Basilika Ottobeuren                          Abt Dr.Joseph Einsiedler      Bei der Glockenweihe in Altusried
                                                                                mit Pater Blasius  


1870  Abt Dr. Joseph M. Einsiedler O.S.B. aus Winneberg bei Altusried 1870 - 1955

Dr. J. M. Einsiedler, geboren in Altusried, war zuerst Pater von St. Stephan in Augsburg. 1918 wurde er als erster Prior des neuen selbständigen Priorats Ottobeuren eingeführt und 1920 zum ersten Abt des Klosters Ottobeuren nach der Säkularisation gewählt. 1922 eröffnete Abt Josef eine Lateinschule, die anfangs nur die unteren vier Klassen des humanistichen Gymnasiums umfasste. Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes musste sie 1938 wieder geschlossen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 wieder ein Progymnasium unter dem Namen Collegium Rupertinum eröffnet.



       

  • Abt Einsiedler bei der Glockenweihe in Altusried
  • Zu seinem achzigsten Geburtstag versammeln sich die Pater und Frater am Eingang des Klosters Ottobeuren. Abt Einsiedler in der Mitte der ersten Reihe.                                       
  • Im Wochenblatt veröffentlichte Joseph Maria Einsiedler seine Erinnerungen an den Altusrieder Pfarrer Matthias Bach 1869- 1893. Sie geben einen interessanten Einblick in das Zeitgeschehen.




1900  Verabschiedung des Bürgermeisters A. Kiechle

Ihrem lieben, scheidenen Bürgermeister A. Kiechle für langjähriges und verdienstvolles Wirken in dankbarer Erinnerung gewidmet von den Gemeinde - Verwaltungs Mitgliedern der Marktgemeinde Altusried.




1903  Schule Bergen

Die Oberklasse der Schule Bergen mit dem 5., 6. und 7. Jahrgang ist hier abgebildet. Damals dauerte die Schulpflicht nur sieben Jahre. Zwischen Pfarrer und Lehrer steht die Schülerschar still. Der Lehrer ist Hauptlehrer L. Mayer, der Vater von Viktoria Mayer.


      

1908  Justine Hartmann, Kommunionkind und Sonnenwirtin




          Rückseite                          heute       

1911 Die Schule ist aus                           

Auf unserem Foto ist die Schule aus. Die Kinder verlassen die Schule. Doch ein Fotograf, sicherlich mit großer Ausrüstung wie damals üblich, hat sich in den Weg gestellt. In der ersten Reihe sind fünf Kinder, sie sind überrascht, erstaunt und vielleicht auch misstrauisch. Sie wissen nicht , sollen sie weiterlaufen oder in Position stehen bleiben; die Mädchen mit Zöpfen und Schürzen, die Buben barfuß, Männer mit Strohhut. Die Straße ist noch ungeteert und ungepflastert. Unter der Türe beim Eingang des Gasthauses zur Sonne steht ein Mädchen, es ist Justine Natterer, später die Sonnenwirtin Justine Hartmann, geboren 1898, gestorben 2000. Sie wurde 102 Jahre alt und hat drei Jahrhunderte erlebt.
Die Elektrifizierung von Altusried hat schon begonnen. Hohe Strommasten tragen die Elektroleitungen.





                                                                                            
                                                                                                                           
                                                                                                                                                                                                             
    
1913 Schützenscheibe                                       

Ferdinand Geißelmann malte und spendete zum Endschießen anno 1913 diese Schützenscheibe. Der Gewinner des 1. Preises war Fridolin Daiser. Gekonnt hat Geißelmann die preisgekrönte Kuh von vorne gemalt. Der Bauer mit dem Stecken trägt einen roten Wams und einen Hut mit Feder. Die Preistierschau 1913 erfolgte offensichtlich auf dem Gelände der heutigen Allgäuer Tierzuchthalle. Das lässt sich aus dem Panoramabild der Allgäuer Alpen rückschließen. Grünten und Großer Daumen sind deutlich erkennbar.


                                                         

1915  Joseph Pixner   Hilfslehrer in Altusried

Bild 1:  Zur Erinnerung an meine Hilslehrerzeit in Altusried    6.12.13

Bild 2: Zur Erinnerung an Herrn Josef Pixner Augsburg, Leutnant der Reserve im kgl. bayer. Regiment. Gefallen am 2. Mai 1915 bei einen Sturmangriff in Gallizien.   RIP




                                  

1925 Schützenscheibe

Zwölf Jahre nach der von Hand gemalten Scheibe von Ferdinand Geißelmann hat sich der Farbdruck durchgesetzt. Das beliebteste Motiv ist der Rothirsch. Leicht lässt sich das Papier aufkleben. Die Strahlen mit dem Bleistift gezogen erleichtern das Auszählen der Punkte. Gestiftet wurde die Scheibe von Otto Kress und gewonnen von Franz Kress.



            

Bergen  14.10.1917

Die spätere Lehrerin Viktoria ist hier im Kreise ihrer Familie zu sehen. Sie hat den Arm auf die Schulter ihrer Mutter gelegt. Der Vater ist wohl noch im Krieg.  Text:
Herzliche Glück und Segenswünsche zum Namenstag ! Sendet Ihnen die ganze Familie Hauptlehrer Mayer, Bergen. 
      Adressiert war die Karte an Frau Therese Fähnle Kaufmannsgattin in Altusried.



      

1926  Schule Bergen

Fortbildungs-Schulklasse Bergen 1925 mit Hauptlehrerin Viktoria Mayer: Die Lehrerin und drei Schüler tragen Bücher als Zeichen der Gelehrsamkeit. Zwei ältere Schüler haben stolz ihre Uhrketten umgehängt. Noch gab es keine Kindermode, die Kleinen tragen für diesen Anlass dasselbe, was Große tragen. Aus dem Fenster schaut halb verdeckt eine Frau heraus. Vermutlich ist es die Mutter von Viktoria Mayer.



                                              
In Gottes Frieden ruhen
 auf dem Friedhof in Altusried
  • Luitpold Mayer, Hauptlehrer in Bergen, 1862 - 1945
  • Frau Philomena Mayer, Hauptlehrerswitwe von Bergen, 1867 - 1929
  • Frl. Mimi Mayer, 1907 - 1965
  • Viktoria Mayer, Hauptlehrerin von Bergen, 1901 - 1981
  • Sterbebild von Viktoria Mayer 


 

Ein sehr altes Klassenfoto

Bekannt ist, das Foto entstand im Photo Atelier Clemens Berger Kempten-Altusried. Die Kleidung von Lehrer und Schüler hat einen etwas militärischen Schnitt, es ist wohl die Zeit des 1. Weltkrieges. Vermutung: Eine Altusrieder Klasse hat sich vor dem Rössle Gasthaus aufgestellt. Rechts ein landwirtschaftliches Gebäude vom Rössle.



 

1929 Die erste Autofahrerin von Altusried

Als erste Frau in Altusried wurde Fräulein Justine Natterer am 7. August 1929 ermächtigt einen Kraftwagen mit Verbrennungsmaschine zu führen


          

1930  Innonzenz Kreuzer, der letzte Flößer von Fischers

1.  Familie Kreuzer in Fischers
2.  Innozenz Kreuzer bei der Feldarbeit
3.  Kreuzer als Fährmann
4.  Kreuzer, der letzte Flößer
5.  Innozenz K. fährt eine Jugendgruppe über die Iller, im Hintergrund die Steilwände
6.  Auf der Jagd: Treiber mit 2 Hunden, Innozenz Kreuzer, Johann Kreuzer Bäckermeister, Morent Gastwirt, Johann Gromer Landwirt

Weitere Bilder:                    
  • Mit dem Fischernetz. Kreuzer war Flößer, Fährmann und Fischer.
  • Eine Mädchenklasse auf der Überfahrt
  • Ein Soldat spielt auf der Trompete.
  • Vier Mädchen und zwei Frauen
  • Kreuzer mit den Honorationen des Ortes
  • Farbfoto





       
      

1929  Bürgermeister Franz Joseph Weizenegger und seine Frau Anna Maria
  •  Todesanzeige
  • Unregelmäßigkeiten bei der Gemeinderatswahl                  


                 

 Joseph Zimmermann                                                                  

                     
                                 

1946  Ankunft der Heimatvertriebenen

  1945 und 1946 wurden drei Millionen Sudetendeutsche aus ihrer Heimat vertrieben. Eine Million davon fanden Zuflucht in Bayern. Mit Recht werden sie heute neben Altbayern, Schwaben und Franken als der vierte Stamm bezeichnet. Ohne die Schaffenskraft der Zuwanderer wäre der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Krieg nicht möglich gewesen. Der folgende Bericht handelt über die Ankunft und das Sicheinleben der Familie Zimmermann in Altusried. Joseph Zimmermann spielte in den Fünziger und Sechziger Jahren noch eine wichtige Rolle in Altusried. Er war Theatermann, Regisseur für die Freilichtspiele, Reiseleiter, Bücherwart und zuständig für den Fremdenverkehr. 

1. Joseph Zimmermann

2. Zimmerman bei einem Heimatabend mit Feriengästen aus Düsseldorf

3. Zimmermann in der Mitte bei dem Spiel Götz von Berlichingen

4. Joseph Zimmermann empfängt in bayerischer Tacht die Gäste vor dem Bahnhof Kempten.

5. Verkehrsamtsleiter J. Zimmermann

6. Todesanzeige



Tagebuchnotizen aus dem Leben der Familie Zimmermann von 1945 - 1954                               

                                    

Die Autoren des Tagebuchs waren wohl die Tochter Hildegard und der Vater Joseph Zimmermann


            

 Foto

Guggenmos Leonhard auf dem Pferd

                                                            


  

      König Leopold III in Altusried

                                            

Seit 1952 hängt in der Wirtsstube des Rössle ein Bild, das von einem königlichen Besuch erzählt. Der Gast ist Leopold der Dritte, geboren 1901 in Brüssel. Er regierte als König der Belgier von 1934 bis 1951, als er zugunsten seines Sohnes Baudoin abdankte. Er stammt aus dem Adelsgeschlecht Haus Sachsen - Coburg und Gotha. 1952 besuchte er Altusried. Auf dem Bild sind zu sehen: Bürgermeister Georg Krug, Fahrlehrer Gmeinder aus Kempten, König Leopold III und der letzte Flößer von Fischers Ignatz Kreutzer.  

          


                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

                                                                                                                                                                     

       

1953 Das sog. Schlössle im Flecken Altusried

Ein Haus von dem nichts übrig blieb, ist das Schlössle von Altusried. Anno 1953 besteht es noch Dr. Joseph Heberle beschreibt es und erzählt seine Geschichte im Wochenblatt Nr.19 von 1953. Es stand neben dem Kaufhaus Brändle, etwas zurückgesetzt. Beide Gebäude wurden beseitigt zugunsten eines Neubaus. So ist der Heberleartikel nur noch ein Nachgesang von dem, was einst war. Was noch von Dr. Joseph Heberle blieb, sind die im Blättle abgedruckten Forschungen, die Erinnerungen an ihn und sein Fahrrad. Georg Heberle hat es aufgehoben. 

Das letzte Bild zeigt das alte Rathaus, ein Festzug geht vorbei. Der VW Käfer mit dem ovalen Heckfenster zeigt, dass wir die Mitte der Fünfzigerjahre haben. Zwischen Rathaus und Kaufhaus Brändle erkennen wir das Schlössle.


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Georg Krug



                  Krug im Kreise seiner Familie

1957   Abgeordneter des deutschen Bundestages

Wahlkampfbroschüre aus dem Jahre 1957, Bürgermeister in Altusried von 1948 bis 1972,  Abgeordneter des Bundestages von 1957 bis 1969


                                           

I. Erster Bürgermeister des Marktes Altusried von 1948 bis 1972

Glockenweihe 1952, Illerstaustufe 1962, Marktgemeinderat 1960-1966, Altes Rathaus, mit Landrat Riegert, Abschied der Schwestern 1966, Heimatabend


II. Georg Krug in Bonn von 1957 bis 1969   im Gespräch mit den Politikern

Ertl, Hundhammer, Konrad Adenauer, Diethei und Franz Joseph Strauß



        


III. Bleibende Werke für die Bürger von Altusried

Haus der Bäuerin, Landwirtschaftliche Berufschule mit Turnhalle 1956/57  , Erster Wohnungsbau 1949/50  , Grundschule erbaut 1965/66 , Leichenhaus 1955 , Tiefbrunnen im Tal 1969 , Altersheim Neubau 1960


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                     1932

1958  Bildhauer Joseph Mayer vom Mayerhof  Altusried 1896 - 1958    

In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts bestand ein großer Bedarf an Kriegerdenkmäler, die an die vielen Toten des 1.Weltkrieges erinnern sollten. In Altusried erhielt der gebürtige Altusrieder Joseph Mayer den Auftrag ein Mahnmal zu erstellen. Das Denkmal besteht aus einer Christusfigur, die vor einer Art Grabkammer steht, welche aus Schrifttafeln mit den Namen der 303 Gefallenen und Vermissten gebildet wird. Des Weiteren liegt ein gefallener Soldat auf einem steinernen Sarg vor Christus und blickt hoffnungsvoll zu ihm auf.
Auch die Denkmäler in Kimratshofen, ein halboffener Kapellenraum mit Gedenktafelnafeln, und in Krugzell, der Erzengel Michael auf einer Säule, stammen  von Joseph Mayer. Außerdem ist der Dorfbrunnen von Kimratshofen sein Werk. Viel Arbeit erhielt Joseph Mayer von dem Kemptener Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt, der auch Heimatforscher war. In seinem Auftrag meiselte er die bekannten Marmortafeln mit Inschriften, die auf die Vergangenheit von Häuser und Bauten hinweisen.


                       
Joseph Mayer war ein vielseitig begabter Künstler. 1920 gestaltete er in Schwarzenbach die Stube mit  Schnitzerein.

                                                                             



       Zin            

1965  Sepp Morent Rössle - Gastwirt und Omnibusunternehmer

 Zwischenstopp während einer Busreise. Jahre später kam es zu einem schweren Unglück. Mehrere Busunternehmer im Allgäu wollten gemeinsam Urlaub in Teneriffa machen, das Flugzeug stürzte jedoch ab, es gab keineÜberlebende. Unter den Toten war auch das Ehepaar Morent.    

     

              

Hauptlehrer Hitzler und Fräulein Anna Blank anno 1935 bei einem Theaterstück. Hitzler ist auch der Verfasser einer Chronik des Marktes Altusried anlässlich des Musikfestes vom 9. August 1925.



                                                                                                            

                                                      

1970 Das Leben des Dr. Joseph Heberle  1890 - 1969

In dem Bauernhof beim Käferloh hatte Dr. Joseph Heberle ein Zimmer gemietet. Über sein eigenwilliges Leben hat Michael Marmon einen treffenden Bericht geschrieben. Im Achiv fand sich noch ein Schönschreibheft von Joseph Heberle aus einer Zeit, als das Schreiben noch eine Kunst war.




Dr.med. Fritz Möst

Allgemeinarzt in Altusried, geb. 02. März 1909, gest. 07.April 1974 .  Dr. Möst bei einem Berghäuslefest


                 

1982  Gemeindeangestellte vor dem Rathaus

Die Beschäftigten und andere haben sich vor dem Rathaus aufgestellt:  Mandelmeier, Sroka, Burger, Jerie, Fingerle, Reisacher, Pöppl, Röck, Egger, Schugg, Greither, Rausch, Grotz, Schussnik, Pantel



   
    


1982  Franz Joseph Strauß besucht die Freilichtspiele in Altusried

Altusried war stolz, dass der berühmte Politiker sich die Ehre gab, die Freilichtspiele zu besuchen. Um so verstörter war das Publikum, als Demonstranten während der Aufführung ein Spruchband entrollten. Darauf stand: Früher hieß der Tyrann Gessler, heute heißt er Strauß.

Bild 1.  Bürgermeister Hans Rausch, Landtagsabgeordneter Diethei und Frau Brunhilde Rausch beim offiziellen Empfang von Strauß im Rössle Saal

Bild 2.  Centa Ziegler neben Franz Strauß

Bild 3.  Franz Josef Strauß, bayerischer Ministerpräsident und Vorsitzender der CSU

Bild 4.  Franz Josef Strauß im Freilichtspielgelände

Siegfried Bösele kennt die Vorgänge genau: " Der Text auf dem Transparent,das trotz vielköpfiger Bewachung des Ehrengastes über dem Schweizer Gebirge entrollt wurde, lautete: Die Zeiten ändern sich, oh Graus, die Tyrannen bleiben, früher Gessler heute Strauß."    Übrigens, Herr Strauß hat herzlich darüber gelacht, ich auch, ich war der Gessler-Darsteller."



                   

1989  Bürgermeister Georg Krug  1906 - 1989

1. Georg Krug war langjähriger Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Allgäu und der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten. Große Verdienste erwarb er sich um die Allgäuer Milchwirtschaft. Von 1948 bis1972 war er Bürgermeister der Gemeinde Altusried und von 1957 bis 1969 Mitglied des Deutschen Bundestages.
2.  Georg Krug Straße in Kempten. Altusried hat dem Altbürgermeister noch keine Straße gewidmet.     3. Georg Krug mit seinem Amtsnachfolger Hans Rausch bei der Amtseinführung von Pfarrer  Schneider
4. Georg Krug, x, neben seinem Großvater Heberle



             Von der AZ

 Emil Ahne schreibt in der Allgäuer Zeitung einen Bericht über Dr. Joseph Heberle.Bericht mit freundlicher Genehmigung von der AZ.



       

        

                                                                 

2001  Rudolf Weiser, der letzte Fährmann von Fischers

Nachfolger seines Schwiegervaters Innozens Kreuzer wurde Rudolf Weiser (1926-2007 ). Auch er übte jahrzehntelang das Amt des Fährmanns aus. Heute gibt es keinen Fährmann mehr, nun überspannt eine Drahtseilhängebrücke die Iller zwischen Fischers und Pfosen.



           

                                                               
1999  Pater Karl B. Albrecht SJ,  1929 - 1999

1.    Pater Karl Albrecht mit Hostie, links von ihm Pfarrer Heribert Steiner , links außen Pfarrer Miller und Pater Leo vom Kloster Ottobeuren

2.    Priesterjubiläums von Pater Karl Albrecht SJ in Altusried. Prälat Alois Oblinger rechts,     Ortspfarrer Gebhard Schneider  links   und weitere Geistliche geleiten den Jubilar zur Kirche. AZ

3.    Pater Karl Albrecht

Zuletzt war er von seinem Bischof Belo beauftragt für die Flüchtlinge, die auf Grund der anhaltenden Unruhen im Lande bei den Kirchen und deren Einrichtungen Zuflucht suchten, zu sorgen. Dabei wurde er am 11. September 1999 in Dili, Ost - Timor erschossen.

4.   Noch zu Lebzeiten verfügte Heribert Steiner, dass an seinem  Grab auch an Karl Albrecht SJ erinnert   werde.

5.    Albrecht wurde begraben in Osttimor. Grabinschrift:

      Suscipe et accipe, Domine, Pe. C. Albrecht Karim Arbie, SJ

6.   Die Jahrgänger von 1929 haben sich vor der Schule versammelt. Darunter auch Pater Albrecht SJ. Er steht innerhalb des Türrahmens.


                                                     
1970   Abschied von Altusried

       

  • 1958 Auf dem Pausehof. Abschied von Pater Karl Albrecht.   
  • Vor dem Rathaus. Kurz vor seinem Tod machte Karl Albrecht seinen letzten Heimaturlaub in Altusried. Albrecht ganz rechts.
  • Der Ort, wo Pater Karl starb
  • Todesanzeige 
  • Grab

                    


2005  Erinnerung an Franz Vachenauer 1930 - 2000

Hin und Wieder müssen die Kraftwerke an der Iller intensiver gewartet werden. Hierfür werden die Stauseen total abgelassen. Die Iller fließt dann wieder in Bahnen, wie einst vor dem Bau der Staumauern. Auch die Kiesbänke von früher werden dann wieder freigespült. Anno 1996 geschah das auch mit der Staustufe bei der Fluhmühle. Mehr Leute als sonst stiegen damals den Weg von Neukalden hinunter zur Iller. Nun konnte man wieder auf den Sand- und Kiesbänken spazieren gehen. Vor allem interessant war die Pflanzenwelt, die sich neu ansiedelte. Das rotblühende Springkraut hatte schon weite Flächen erobert. Behauene Tuffsteine konnte man entdecken, sie waren offensichtlich vom Burgstall Altkalden in die Iller gestürzt. Am meisten war ich aber überrascht von den prächtigen Sonnenblumen, die überall wuchsen. Nachdem ich den Pfad wieder hinaufgestiegen war, traf ich oben auf der Aussichtswiese Franz Vachenauer. Ich erzählte ihm von den Sonnenblumen. Franz Vachenauer war aber nicht überrascht. Er sagte, er selber habe die Sonnenblumen ausgesät.
 Fünf Jahre später,Vachenauer war inzwischen gestoben, doch seine Pflanzaktion in den Illerauen hatte mich sehr beeindruckt. Ich kaufte  ein paar Hundert Gramm Sonnenblumenkerne und wanderte an einem Apriltag auf dem abgelassenen Stausee von Lautrach-Illerbeuren. Nach jedem Schritt bückte ich mich und steckte  einen Kern in den schwarzen weichen Sand, der ein idealer Pflanzboden war. Wie erwartet gediehen die Pflanzen prächtig und im August wuchsen ganze Alleen der Großen Korbblütler auf dem ehemaligen Seegrund. Meist wanderte ich allein über die schwarzen Felder mit den gelben Sonnenblumen.


                                                                                              

2011  Pfarrer Anton Zech

Amtseinführung von Pfarrer Anton Zech am 11. September 2011

Pfarrer Sälzle

Pfarrer Sälzle zweiter von links, auf der unteren Treppenstufe  zwei Kapuzinerpater, die als Volksmissionare die Volksmission  durchführten. Unter Volksmission verstand man Aktivitäten zur Glaubenserneuerung.






      

              
     Primiz in Altusried    
2014  Heribert Steiner  Stadtpfarrer von Lindau  


Geboren am 12.4. 1929 in Kottern, aufgewachsen in Altusried
, gest. 2014 in Lindau,                               1955 Priesterweihe inMünchen
1955 - 1959 Kaplan in Augsburg St. Konrad, 1959 - 1967 Benefiziumsvikar in Murnau, 
1967 - 1875 Pfarrer in Haldenwang, 1975 - 1998 Pfarrer in Lindau, Maria Himmelfahrt
Beisetzung in Altusried




      
 2014   Dr. Hermann Brändle  1938 - 2014      
Ornitholgischer Arbeitskreis Oberallgäu                                                                                                      Nachruf auf Dr. Herman Brändle                                                                                                                                                                                                     


Hermann Brändle wurde am 9. März als Sohn des Kaufmannes Anton Brändle und seiner Ehefrau Franziska, geb. Mangold, in Kempten geboren. Dort und in Altusried besuchte er fünf Jahre lang die Volksschule. Anschließend wechselte er in die Oberrealschule der Schulbrüder zu Illertissen, wo er 1958 die Reifeprüfung ablegte. Nach zwölf Monaten Grundwehrdienst begann er im November 1959 sein Medizinstudium an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und beendete dies im Juni 1965 mit dem Staatsexamen. Am 1. September 1963 heiratete er in der Abtkapelle von Ottobeuren seine Frau Irmgard, geb. Rothärmel. Drei Kinder entsprossen dieser Ehe. Nach zweijährigem Wirken als Medizinalassistent an Kliniken in München kam er am 1. Oktober 1967 an die Chirurgie im Kreiskrankenhaus Kempten. 1969 zog die Familie von Hegge nach Altusried.                                                   Da sich die geplante Praxisübernahme seines alten Hausarztes Dr. Moest zweimal verschob, musste er noch ein Wanderjahr einlegen mit Praxisvertretungen in Menkhofen, Detmold, Darmstadt, auf der Schwäbischen Alb, Kimratshofen und Legau. 1973 war das Ziel erreicht, die Eröffnung der Praxis in Altusried. Der selbstlose Einsatz für seine Patienten und für die Belange der Natur in seiner Heimat war groß. Er war zusammen mit Adolf Baur, der Mitinitiator und Ideengeber der am 13.Jan. 1972 im Gasthof Rössle gegründeten  Naturschutzgruppe der Wasserwacht Altusried  (NSG ), zu deren Jahresberichten er jeweils neben faunistischen Beiträgen  das Vorwort schrieb.                                                                                                           Ein besonderes Anliegen waren ihm die Lurche. Zu diesem Thema liegt ein handschriftliches Manuskript zur Lage "Lage der Altusrieder Frösche" mir vor. Qffenbar war es für eine Ansprache in der NSG gedacht. Es beginnt mit " Vorweg, es geht ihnen schlecht " . Nach einer Auflistung der vielen Fressfeinde geht er auf die  Bedrohung  dieser Amphibien ein und meint: " Der Frosch ist eine wichtige Person in vielen Märchen, Kindergeschichten, Fernsehserien. Trotzdem ist die Zahl der Menschen, die ihn wie die Prinzessin im Froschkönig an die Wand werfen wollten mit Sicherheit größer als die Zahl derer, die mit ihm ihr Bett teilen wollen. "                                                                                              Deshalb ging er auch mit tatkräftigem Beispiel voran und es entstanden unter seiner Regie im Großraum Altusried an die zwei Dutzend Tümpel und Teiche, so dass man schon von der Brändle`schen Seenplatte sprechen kann. Die Finanzierung dieser Vorhaben erfolgte größenteils aus privaten Mitteln.   Ebenso ans Herz gewachsen war ihm die Vogelwelt. Er stellte fest: " Die von uns gepflegten Feuchtwiesen kompensieren die Verluste nicht, veranschaulichen aber, was verloren wird. Am Boden brütende Vögel wie Lerche, Goldammer, Kiebitz und Wachtel sind verschwunden und haben keine Chance mehr dort ihre Jungen aufzuziehen. Zusammen mit dem Altusrieder Tierarzt  Dr. G. Schinko  ( gest. 2003 ) notierte  und veröffentlichte er die Beobachtungen in den Jahresberichten. Immer wieder meldete er dem "Ornithologischen Arbeitskreis Oberallgäu seltene Arten, die er bei seinen Arztbesuchen oder vom Hochsitz aus erspähte. Als Jäger sah er sich eigentlich mehr als Heger und stiller Naturbeobachter.          Der Verfasser erinnert sich noch gerne an eine solche Ortsbesichtigung  an einem Waldrand bei Wetzleberg im Mai 2011, wo sie einen Ziegenmelker, eine bei uns sehr seltene Nachtschwalbenart, vom Hochsitz aus erleben konnten. Der anschließende Besuch einer kleinen Sumpfwiese mit Restvorkommen des Sumpf-Bärlapps und das Aufsuchen eines kleinen Muschelbestandes in einem Bach waren nachhaltige Eindrücke.                                                                           In einem Manuskript zum 40-jährigen Jubiläum der NSG Altusried ließ er noch einmal die Aktionen Revue passieren. Hier ein kurzer chronologischer Überblick über das Geschaffene.

  • 1972  Geländebegehungen - Beginn der phänologischen Beobachtungen für den deutschen Wetterdienst durch Franz Vachenauer ( gest. 2000 )   
  • 1973  Entsorgung von 174 Autowracks
  • 1974  Errichtung einer Wildbeobachtungswiese - Einrichten von Naturschutzstreifen  
  • 1975  Renovierung der Kapelle inHiemen - Altersheim Park und Teich - Fossile Ausgrabungen durch Franz Vachenauer, Land- und Wasserschildkröten
  • 1976  Fertigstellung des Naturlehrpfad - Stabilisierung der Burgruine Kalden 
  • 1977  Neubau der Hettisrieder Kapelle - Unterschutzstellung des Todeisloches in Streifen
  • 1978  Bau einer Kiesinsel in der Iller als Brutplatz für Fluss- Seeschwalben
  • 1979  Anlegen des Weihers in Laminetten - Tümpelsystem in Figlers - Errichtung eines Bildstockes an der Koppach
  • 1980 Vorstellung der naturkundlichen Sammlung der Öffentlichkeit
  • 1981  Erstellung eines Weihers durch die Jugend-Naturschutzgruppe
  • 1982  Renovierung der Kapelle in Eggarts
  • 1983  Pflanzung von 3573 Sträuchern und 200 Bäumen
  • 1987  Mähen der Feuchtwiesen im Kalkhofener und Fronhofener Moor  - Krötenaktion, Rettung vor dem Straßenverkehr unter Leitung von Siegfried Winkler
  • 1989  Pflanzung von Eichen im Gedenken an besonders verdienstvolle verstorbene Mitarbeiter
  • 1992  Erneute Gründung einer Jugend-Naturschutzgruppe
  • 1994  Abbau der Knochenstampfmühle in Manzen
  • 1997  Wiederaufbau der Knochenstampfmühle an der Koppach  -  Anlegen einer Streuobstwiese    
  • 2003  Beginn der Baggerarbeiten in der ehemaligen Lehmgrube an der Isel zum Feuchtbiotop
                                                                    

    Seine Freude an Lebewesen war auch in Haus und Garten zu erkennen. Sein 400 Liter Aquarium war ebenso wie sein Terrarium immer gut bestückt und geführt. Ortsbekannt waren auch seine beiden Sumpfschildkröten, die sogar am sandigen Teichrand zur Eiablage kamen. Eine von ihnen büchste regelmäßig aus, wurde jedoch jedes Mal als Brändle`scher Pflegling erkannt und zurückgebracht. Seine Brieftaubenhaltung, die Dackelzucht und noch einiges mehr sind hier zu erwähnen.                                       Von 1978 bis 1990 war er Gemeinderatsmitglied in  Altusried und Träger der Bürgermedaille. Als Hausarzt war er hochgeachtet, er war ein Arzt, der sich genügend Zeit nahm und auch zuhorchen konnte. Sein ehrenamtlicher Einsatz  als Bereitschaftsarzt des Bayrischen Roten Kreuzes von 1981 bis 2012 war für ihn eine Selbstverständlichkeit.                                                                                                                                   Darüber hinaus war er auch Ideengeber und unermüdlicher Motor bei zahlreichen anderen Vereinen.     Seiner Weisheit ist es zu verdanken, dass der Krankenpflegeverein ins Leben gerufen wurde. Als aktiver Reiter war er auch beim Reit - und Fahrverein ein kompetender Ratgeber, der darüber hinaus bei Reitturnieren die vorgeschriebene ärztliche Betreuung der Pferde ehrenamtlich übernahm.                                                                                                                                                                         Für die Theaterfreunde soll Irmgard Weidmann in ihrem Nachruf zitiert werden: " Im Frühjahr 1984 hob Hermann dann - quasi als geistiger Vater - den Verein aus der Taufe. Er gilt damit auch als ein Wegbereiter der Erfolgsgeschichte des Theaterkästles. Wir schätzen dabei sein unermütliches Engagement. Auf der Bühne war er Darsteller in vielen Stücken. Erinnert sei hier nur an die " Physiker ", das " Nachtasyl " oder " Maria Stuart.                                                                                                                     2012 wurde Hermann Brändle von einer schweren Krankheit befallen und verstarb am 22. Januar 2014 zu Hause im Kreis seiner Familie.                                                                                                                                                          Nachruf verfasst von Dietmar Walter

   



                                

                                              

2015  Ehrenhain in Altusried

Zwischen der Schule und der Wasserreserve im Tal errichtete die NSG einen Ehrenhain. Er besteht aus sechs (nunmehr 25 Jahre alte ) Eichen mit den zugehörigen Emaille -  Schildern, auf denen Namen verzeichnet sind. Inschrift: "Diese Bäume wurden zum Gedächtnis an Menschen gepflanzt, die sich besonders um Heimat und Natur verdient gemacht haben."  

Karl Lübenau : Im Lexikon der deutschsprachigen Bryologen ist sein Leben verzeichnet. Geboren am 29.03.14 in München, gestorben am 1.1. 76 in Kempten. Beamter bei der deutschen Reichsbahn, später Bundesbahn. Publizierte die meisten Arbeiten zusammen mit seiner Ehefrau Dr. Renate Lübenau / Nestle. Er erforschte unter anderem die Moosflora im Allgäu, auf den äolischen Inseln, Vulkano, Stromboli und Finnland.

Udo Scholz : Geboren am 29.9. 1913 in Schönbrunn in Mähren, gestorben am 2.12.1989 in Kempten. Er ist der Autor des Buches : " Das Werden der Allgäuer Landschaft. Eine kleine Erdgeschichte des Allgäus." Mehrfach leitete er für die Altusrieder Naturfreunde Exkursionen. Noch gut in Erinnerung sind seine Rohrachwanderungen.

Adolf Hailer:  Hailer war Naturschutzbeauftragter  des Landkreises Oberallgäu. Am Illerdurchbruch konnte man ihm oft begegnen. Er war auch der letzte Fronmeister von Altusried.              Bis in die Fünzigerjahre waren die Höfe zu Frondiensten verpflichtet. Aufgabe von Hailer war es die Arbeiten zu organisieren.

Ludwig Lerchenmüller: Lerchenmüller war Naturschutzbeaftragter des Landkreises Oberallgäu und ein verdienstvolles Mitglied der Naturschutzgruppe Altusried.

                                                                                                                                                                                                                                         

 
                  

Sechs Projekte der Naturschutzgruppe:  Altenheim Teich und Park, Renovierung der Kapelle in Eggarts, Neubau der Hettisrieder Kapelle, Knochenstampfmühle an der Koppach, Feuchtbiotop in Vocken, Eichenhain