Sennereien in Kimratshofen

1827/28: Der Schweizer Johann Althaus produziert den ersten Allgäuer Emmentaler und
begründet damit die Allgäuer Käsewirtschaft. Da dieser Käse jedoch in der Fertigung sehr
aufwendig war, suchte Carl Hirnbein zunächst nach einer Alternative zum Emmentaler.
1829 studierte er die Weichkäseherstellung in der Umgebung des Städtchens Limburg. Es
dauerte allerdings, bis der Backsteinkäse eine zufrieden stellende Qualität aufwies. Noch bis
Mitte 1850 dominierte im Allgäu der Flachsanbau, etwa ab 1855 wechseln die meisten Bauern
vom Flachsanbau zur Milchwirtschaft, das Allgäu wird grün (statt blau). Flachs war auf
Grund der billigeren Baumwolle aus Übersee, die per Eisenbahn ins Land kam, nicht mehr
konkurrenzfähig. Durch Zufall erfinden 1874 die Brüder Kramer in Wertach den Weißlacker,
einen sehr geruchsintensiven Käse, der z.B. für Kässpatzen verwendet wird. Es entstanden
zuerst kleine Hauskäsereien. Nachfolgend Aufzählung der bekannten Hauskäsereien:
Bischlagers - Bohneberg, Dezion - Rothärmel, Reinthal - Bruderhof, Hettisried - Waibel,
Kimratshofen - Rothärmel (Lochbaur), Oberhofen - Brauchle („Schwanen“), Schreiloch -
Steinhauser, Spöck - Rothärmel, Walzlings - Klaus, Weitenau - Weixler, Wies - Stoffel.
Die Ausweitung der Viehzucht und Vermehrung des Michviehbestandes brachte eine Steigerung
der Milchmengen und damit der Käseerzeugung. Die Hauskäserei musste einer organisierten
Milchverarbeitung Platz machen. Allerorten entstanden im Allgäu Sennereigebäude
- in Kimratshofen wurde somit 1891 ein Käsereilokal gebaut. Johann Stahl (1864
-1915) und Josef Mangold (1859–1932) waren die Gründer der Käsküchengemeinschaft. Im
November 1891 waren es 20 Milchlieferanen. der dortmalige Milchkäufer war Benedikt
Weixler und der Vorstand Georg Kiechle. Infolge Steigerung der Milchanlieferung musste
man 1908 das Lokal vergrößern, was 8000 Mark kostete. Die Jahresmilchmenge betrug rund
500.000 Liter. Der Milchpreis betrug im Jahre 1910 9,4 Pfennig, 1911 14.1 Pfennig und
später 12,5 Pfennig. Bis 1922 verwerteten die Milchkäufer die Milch; am 28. 2. 1922 erfolge
der Beschluss, die angelieferte Milch auf eigene Rechnung zu verkäsen und so entstand
die Senereigenossenschaft Kimratshofen. 1929 erfolgte der Anbau eines Milchkellers. Die
Milchmenge erhöhte sich auf 800.00 Liter. Infolgedessen mußte 1948 ein Stockwerk drauf
gebaut werden. 1950 übergab Vorstand Georg Kiechle an Xaver Steinhauser. 1951 erfolgte
eine großzügige Modernisierung. 38 Milchlieferanten ließen die Milchmenge auf 1 Million
Liter ansteigen. Am 28. April 1964 wurde die letzte Milch an die Sennereigenossenschaft
Kimratshofen geliefert, ab 29. April 1964 ging das Allgäuer Emmentalerwerk in Betrieb.


Ehemalige Sennereien von Kimratshofen

Kimratshofen: Regie Genossenschaft letzter GF. Fritz Brutscher
Dezion: Sennereigenossenschaft MK. Heinrich Birkenmaier
Einsiedeln: bis 1951 Binzen, danach Gen. Kimratshofen
Guntersthal: Milchliefergenossenschaft bis 1951 MK Gebhard Glöggler, danach Kim.
Hettisried: Regie Genossenschaft GF. Karl Sutter
Oberhofen: Milchliefergenossenschaft MK. Alfons Hagspihl
Reinthal: Sennereigenossenschaft MK. Hölzle - dann Almglocke
Ursulers: Sennereigenossenschaft MK. Franz Wölfle
Walzlings: Regie Genossenschaft GF. Leo Weiß
Weitenau: Sennereigenossenschaft MK. Franz Birkenmaier
Wies: Sennereigenossenschaft MK. Hölzle - Käser Magnus Rothärmel











Sennereien in Kimratshofen
1827/28: Der Schweizer Johann Althaus produziert den ersten Allgäuer Emmentaler und begründet damit die Allgäuer Käsewirtschaft. Da dieser Käse jedoch in der Fertigung sehr aufwendig war, suchte Carl Hirnbein zunächst nach einer Alternative zum Emmentaler. 1829 studierte er die Weichkäseherstellung in der Umgebung des Städtchens Limburg. Es dauerte allerdings, bis der Backsteinkäse eine zufrieden stellende Qualität aufwies. Noch bis Mitte 1850 dominierte im Allgäu der Flachsanbau, etwa ab 1855 wechseln die meisten Bauern vom Flachsanbau zur Milchwirtschaft, das Allgäu wird grün (statt blau). Flachs war auf Grund der billigeren Baumwolle aus Übersee, die per Eisenbahn ins Land kam, nicht mehr konkurrenzfähig. Durch Zufall erfinden 1874 die Brüder Kramer in Wertach den Weißlacker, einen sehr geruchsintensiven Käse, der z.B. für Kässpatzen verwendet wird. Es entstanden zuerst kleine Hauskäsereien. Nachfolgend Aufzählung der bekannten Hauskäsereien: 
Bischlagers - Bohneberg, Dezion - Rothärmel, Reinthal - Bruderhof,  Hettisried - Waibel, Kimratshofen - Rothärmel (Lochbaur), Oberhofen - Brauchle („Schwanen“), Schreiloch - Steinhauser, Spöck - Rothärmel, Walzlings - Klaus, Weitenau - Weixler, Wies - Stoffel.
Die Ausweitung der Viehzucht und Vermehrung des Michviehbestandes brachte eine Steigerung der Milchmengen und damit der Käseerzeugung. Die Hauskäserei musste einer organisierten Milchverarbeitung Platz machen. Allerorten entstanden im Allgäu Sennereigebäude - in Kimratshofen wurde somit 1891 ein Käsereilokal gebaut. Johann Stahl (1864 -1915) und Josef Mangold (1859–1932) waren die Gründer der Käsküchengemeinschaft. Im November 1891 waren es 20 Milchlieferanen. der dortmalige Milchkäufer war Benedikt Weixler und der Vorstand Georg Kiechle. Infolge Steigerung der Milchanlieferung musste man 1908 das Lokal vergrößern, was 8000 Mark kostete. Die Jahresmilchmenge betrug rund 500.000 Liter. Der Milchpreis betrug im Jahre 1910 9,4 Pfennig, 1911 14.1 Pfennig und später 12,5 Pfennig. Bis 1922 verwerteten die Milchkäufer die Milch; am 28. 2. 1922 erfolge der Beschluss, die angelieferte Milch auf eigene Rechnung zu verkäsen und so entstand die Senereigenossenschaft Kimratshofen. 1929 erfolgte der Anbau eines Milchkellers. Die Milchmenge erhöhte sich auf 800.00 Liter. Infolgedessen mußte 1948 ein Stockwerk drauf gebaut werden. 1950 übergab Vorstand Georg Kiechle an Xaver Steinhauser. 1951 erfolgte eine großzügige Modernisierung. 38 Milchlieferanten ließen die Milchmenge auf 1 Million Liter ansteigen. Am 28. April 1964 wurde die letzte Milch an die Sennereigenossenschaft Kimratshofen geliefert, ab 29. April 1964 ging das Allgäuer Emmentalerwerk in Betrieb.
Ehemalige Sennereien von Kimratshofen:
Kimratshofen:Regie Genossenschaftletzter GF.  Fritz Brutscher
Dezion:SennereigenossenschaftMK. Heinrich Birkenmaier
Einsiedeln:bis 1951 Binzen, danach Gen. Kimratshofen
Guntersthal:Milchliefergenossenschaftbis 1951 MK Gebhard Glöggler, danach Kim.
Hettisried: Regie GenossenschaftGF. Karl Sutter
Oberhofen:MilchliefergenossenschaftMK. Alfons Hagspihl 
Reinthal:SennereigenossenschaftMK. Hölzle - dann Almglocke
Ursulers: SennereigenossenschaftMK. Franz Wölfle
Walzlings: Regie GenossenschaftGF. Leo Weiß
Weitenau:SennereigenossenschaftMK. Franz Birkenmaier
Wies:SennereigenossenschaftMK. Hölzle - Käser Magnus Rothärmel